Rechts ? Links ?

Erik Kuehnelt - Leddihn

Eine spezifische Deutung der politischen termini „rechts“ und „links“ als Antithese zu der allgemeinen Auffassung.              von: Venzel Czernin

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One Response to Rechts ? Links ?

  1. Michael Vöcking sagt:

    Die stichpunktartige Auflistung ist zuerst einmal recht gut – jedoch mit einer Schwäche, und zwar das „in einen Topf werfen“ von linken und liberalen Positionen. “ Konkurrenz“ hat mit dem linken Prinzip nichts zu tun – dies ist ein liberales Prinzip. Auch die Ideen der Aufklärung sind im ursprünglichen Sinn keineswegs links, sondern liberal. Aus Sicht eines Liberalen sind Linke und Rechte sich ohnehin viel ähnlicher, als diese es wahr haben wollen, denn BEIDE sind „Interventionisten“ (d.h., der Staat darf Macht über den Menschen haben, hat diesen zu erziehen und darf, wenn es der jeweils linken/rechten Ideologie dient, in seine Persönlichkeitsrechte massiv eingreifen). Der Liberale ist nicht gottlos, er schreibt nur niemanden vor, was dieser zu glauben hat, da jeder Mensch von Natur her sein eigener Eigentümer ist. Er ist in der Tat nicht für „zügellose Konkurrenz“, sondern für eine Konkurrenz unter Beachtung der Freiheit (Freiwilligkeit) und des Eigentumes (auch des „Selbsteigentumes) des Vertragspartners. Da also jeder nur sich selbst gehört, ist es aus liberaler Sicht verbrecherisch, einem Vertragspartner vorzuschreiben bzw. zu zwingen, zu welchen Bedingungen er Kauf- oder Dienstleistungsverträge abzuschließen hat, wenn er einen Partner findet, welcher bereit ist, darauf ein zu gehen.

    Zudem verkennt der Artikel den Ursprung der Aufklärung, welcher philosophisch in der christlichen Spätscholastik zu finden ist (vergl. hierzu das Werk „Sternstunden statt dunkles Mittelalter“ von Thomas E. Woods). Es ist auch aus liberaler Sicht keineswegs alles „gleich-gültig V jedoch soll sich jedermann unterstehen, anderen die eigenen Werte aufzuzwingen, da weder der Staat, noch die Mehrheit, Kaiser oder König das Recht haben, Werte anderen Menschen zu oktroyieren (einzige Ausnahme: Beachtung eben dieses Prinzips).

    Die Linken Positionen hingegen schließen Konkurrenz wo es geht aus. Der Freiheitsbegriff ist auch ein diametral anderer als der Liberale. Für den Liberalen bedeutet Freiheit die Abwesenheit von äußeren Zwängen durch andere Personen, also die Macht „über mich selbst“. Das Gegenteil von Freiheit ist hingegen die „Macht über Andere“. Der Linke Freiheitsbegriff hingegen definiert Freiheit als die Abwesenheit von Sorgen und als die Abwesenheit, für sein Leben selber verantwortlich zu sein. Daher befürworten die Linken auch einen „rundum-sorglos-Schnullerstaat“ mit unbegrenzten Macht- und Eingriffsrechten in mein Leben, meine Familie und mein Eigentum. „Sozial“ bedeutet für Linke das Recht, auf Kosten anderer gegen deren Willen leben zu dürfen. „Sozial“ bedeutet aus liberaler Sicht FREIWILLIGE Hilfe gegenüber Bedürftigen. Aus liberaler Sicht hat der Staat nur das Recht (und die Pflicht) dafür zu sorgen, dass die individuelle Freiheit, die körperliche Unversehrtheit und das Privateigentum unverletzt bleiben und dass Verträge eingehalten werden. Das ist nicht links – sondern das glatte Gegenteil.

    Ich bitte daher darum, diesen krassen Unterschied zwischen „liberalen“ und „linken“ Positionen zur Kenntnis zu nehmen und nicht fälschlicherweise in einen Topf zu werfen.

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